Seminarwoche
Dozierende : Dr. habil. Sonja Hildebrand, Hardy Happle
Zeit : Sonntag, 21. März 2010 bis Sonntag, 28. März 2010
Ort : Berlin
 

Peter Behrens, Ludwig Hoffmann, Alfred Messel, Paul Mebes, Bruno Paul, Hermann Muthesius, Bruno Taut, Heinrich Tessenow, Erich Mendelsohn, Luckhardt / Anker, Hermann Henselmann u.a.





Das Phänomen der Grossstadt im „Wilhelminischen Zeitalter“ ist nicht von wirtschaftlichem Wettbewerb und vom 'Kulturkampf' europäischer Nationalstaaten zu trennen. Die Frage, wie sich „Grossberlin“ entwickeln soll, hat sich von Anfang an in einem internationalen Zusammenhang gestellt. Die Suche nach einem „einheitlichen (deutschen) Stil“ der Repräsentationsbauten der Stadt, der Geschäftsbauten der City, der Ringbahn, der „Mietskasernen“, der „Landhäuser“ und der Gartenstädte konzentrierte sich nicht nur auf die historischen Vorbilder entsprechender Bautypen, sondern – in Anlehnung oder in Konkurrenz – auch auf aktuelle europäische Tendenzen.

Die Industrialisierung hatte neue technische Möglichkeiten, aber auch neue Probleme – „zersetzende Elemente“ wie ein explosionsartiges Wachstum der Bevölkerung – geschaffen, es stellte sich die „soziale Frage“. Die Bewältigung der Probleme einer schnell wachsenden Grossstadt ist – das wurde vom „Funktionalismus“ vergessen – nicht nur eine technische Angelegenheit, sondern ein Problem des Stiles und der Form.

In welchem Zusammenhang steht – gerade heute aktuell – Wirtschafts-, Kulturpolitik und architektonischer Ausdruck? In welchem Zusammenhang stehen Technik, Konstruktion, neue Baumaterialien und Form? Kann die gute Form zur Lösung der sozialen Frage beitragen?

Von den Prinzipien des Städtebaus bis zu den Prinzipien der Gestaltung von Gebrauchsgegenständen hat – auf höchstem Niveau – eine fast vergessene Diskussion um die Grundlagen gestalterischer Arbeit stattgefunden, die – durch den Werkbund vermittelt – nach dem 1. Weltkrieg Voraussetzung der „klassischen Moderne“ gewesen ist.

Die Seminarwoche „Berlin anders“ spürt den Protagonisten dieser Debatte nach. Beginnend mit Bauten des als Eklektiker zu bezeichnenden Stadtbaumeister Ludwig Hoffmann sowie Alfred Messels, dessen Kaufhaus Wertheim als „Beginn der modernen Architektur in Berlin“ gefeiert worden ist, stehen die architektonischen Zeugnisse der Gestalter Peter Behrens, Paul Mebes, Hermann Muthesius, Bruno Paul, Bruno Taut, Heinrich Tessenow im Vordergrund. Auch die weitere Entwicklung soll anhand ausgewählter Beispiele von Erich Mendelsohn über Luckhardt / Anker bis zu Hermann Henselmann verfolgt werden.


Maximale Teilnehmerzahl
24 Studierende. Es werden Kurzreferate zu ausgewählten Themen erwartet.

Kosten
Kategorie D ( ca. 600 CHF), Inkl. Reise / Transport, Übernachtung / Frühstück, Eintritte, Reader

Einführung
Freitag, 12. März 2010, 16h30, HIL D 60.1

Kontakt

Hardy Happle

Weiterführende Informationen

Einschreibung in die Seminarwochen des D-ARCH